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Die Exkursion zum Anne Frank Haus nach Amsterdam ist nun abgeschlossen und hat bei allen  Teilnehmern*innen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Am Freitag den 15.07.2019 sind wir nach Amsterdam zum Campingplatz „Camping de Badhoeve“ angereiste, wo wir leider bei Regen unsere Zelte aufbauen mussten. Dennoch ließ sich keiner davon abhalten in das nur 20 Meter entfernte Ijsselmeer zu springen, als das Wetter etwas besser wurde.

Am Sonntag starteten wir unsere Lehreinheit zur Selbstbehauptung und Zivilcourage. In Rollenspielen spielten wir verschiedene Szenarien aggressiven Verhaltens durch und analysierten gemeinsam die Fehler bei der Bewältigung.

Zivilcourage, was ist das? Wie kann ich Zivilcourage zeigen ohne mich in Gefahr zu bringen?

Alle diese Fragen wurden gemeinsam diskutiert und dann im Rollenspiel umgesetzt!

Danach haben wir endlich Amsterdam besichtigt!   

Schmale Häuser mit Giebelfassaden, ein weit verzweigtes Grachtensystem, das Museumsviertel, Chinatown…! Viele Teilnehmer*innen waren zum ersten Mal in einer Großstadt, den Niederlanden und Amsterdam und waren sichtlich beeindruckt. Nun folgte wie geplant der Besuch des Anne Frank Hauses.

Amsterdam war an diesem Tag sonnig, auf den Grachten fuhren Ausflugsboote und Reisegruppen zwängten sich durch die schmalen Gassen. Eine Idylle, die im starken Kontrast zu der düsteren Geschichte dieses Hauses steht! Der Zugang zum Versteck ist durch ein Bücherregal getarnt. Das Haus ist verwinkelt und man findet sich in den kleinen Räumen und den steilen Stiegen bei dem dämmerigen Licht nur sehr schwer zurecht! Unglaublich, dass sich auf diesen wenigen Quadratmetern acht Menschen zwei Jahre lang vor den Nazis versteckt hielten! Zu Beginn ist die Familie Frank noch unbeschwert, doch   schon an der nächsten Station hört man über den Audioguide wie Hitler brüllend die „Vernichtung der jüdischen Rasse“ ankündigt. Die Räume sind leer, umso mehr berühren die Zeichnungen, Fotos und persönlichen Dinge von Anne Frank! Das Klo durfte aus Angst entdeckt zu werden tagsüber nicht genutzt werden.Holländische Kopfgeldjäger erhielten 7,50 Gulden pro verratenem Juden!

An den zahlreichen Stationen erhält man umfangreiche Informationen über die nationalsozialistische Verfolgung und Unterdrückung. In gespenstischer Stille schreiten wir langsam und „berührt“ durch das Haus, man hätte eine Stecknadel fallen hören! Über den Audioguide hören wir die Stimme eines Mädchens, für uns ist es sofort die Stimme von Anne Frank, die uns sofort fesselt und hautnah berührt! Die zarte Mädchenstimme erzählt uns über das Leben von Anne Frank im Versteck und zitiert aus dem weltbekannten Tagebuch.                https://youtu.be/0XIXjw7E_Z8

Sichtlich gerührt treffen wir uns alle am Ausgang wieder, jeder konnte sein eigenes Tempo bestimmen!

Leider war es schon spät und wir mussten schnell zu unserem Camp zurück, wo uns die jüngsten Teilnehmerinnen, Annika und Annika im Handumdrehen ein leckeres Abendessen zubereiteten! 

Gesättigt und zufrieden begaben wir uns zur Ruhe und verarbeiteten unsere Eindrücke.

Am Folgetag hieß es die Sachen zu packen und die Rückreise nach Bielefeld anzutreten.

Unsere Exkursion in das Anne Frank Haus sollte den Kindern und Jugendlichen eine Kultur des Hinschauens vermitteln und sie zur Zivilcourage ermutigen. Ich denke wir haben einen großen Teil davon erreicht, werden aber nach den Sommerferien noch weiter an diesem Thema arbeiten!

Fazit:

Exkursion in das Anne Frank Haus, das war ein tolles Projekt!

Amsterdam und Anne Frank Haus, wir kommen wieder!

Liebe Grüße

Waldemar Jürgensmann