Was ist Koshikan?

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WARUM KOSHINKAN-KARATE?

KOSHINKAN ist eine konsequente Weiterentwicklung der von Prof. Gichin Funakoshi geprägten Karate-Stilrichtung SHOTOKAN hin zu einem zeitgemäßen, anwendbaren und zukunftsorientierten Karate! Shotokan, wie übrigens viele andere Stilrichtungen auch, endet unseres Erachtens als reine Karatestilart mit dem Prüfungsprogramm! Bis dahin werden Jahre lang Stellungen, Techniken und Bewegungsabläufe trainiert, die nur das eine Ziel haben, die nächste Gürtelprüfung zu bestehen, also zum reinen Selbstzweck!

Spätestens beim Wettkampf- und Selbstverteidigungstraining – außer zum Kihon-Ippon-Kumite – wird den Karatesportlern von ihren Trainern geraten, die oben genannten Stellungen und Bewegungsabläufe zu vergessen, denn gerade die sind in dieser Form im Wettkampf nicht anwendbar. Niemand steht in der Selbstverteidigung oder im Kumite-Wettkampf im Zenkutsu-, Kokutsu- oder Kiba-Dachi.
Ebenso sieht es mit den Techniken und Bewegungsabläufen aus. Keiner zieht die ruhende Faust z.B. beim Tsuki-Angriff oder Armabwehr zur Hüfte zurück. Wir könnten hier massenweise Beispiele anführen, aber Fazit ist: fast ausnahmslos dienen die oben beschriebenen mühevoll antrainierten Stellungen und Techniken nur der Erlangung des nächsten KYU-Grades (Gürtels), allenfalls noch zur KATA. Andererseits ist dieses KIHON-(Grundschul-) Training zur Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Dynamik unzweifelhaft erforderlich! Aber dient es denn auch zur Einstufung in ein bestimmtes Leistungs-Niveau, sprich Gürtelgraduierung? Wohl kaum, denn Karate soll nicht nur Wettkampf, sondern für den Breitensportler (ca. 95 % unserer Mitglieder) vorrangig Selbstverteidigung, Fitness und Körperschule sein. Und da bedarf es anderer Bewegungsformen! Damit uns aber hier niemand falsch versteht; uns liegt es fern, andere Stilarten zu verteufeln. Unserer Auffassung nach ist das gesamte Grundschul-Training nur der Weg (DO) aber nicht das Ziel! Ein Ziel ist, wie in anderen Sportarten, auf unzählig vielen Wegen zu erreichen.

KOSHINKAN DO ist einer der vielen Wege und die Stilrichtung erfüllt die Anforderungen an ein modernes, zukunftsorientiertes und anwendbares Karate. Schon der Anfänger lernt, sich nicht nur wie in traditionellen Stilrichtungen, vor- und rückwärts zu bewegen, sondern flexibel einem Angriff auszuweichen. Angriffstechniken werden überwiegend vorwärts, Abwehrtechniken rück- und seitwärts aus Kamae trainiert. Die Abwehr wird fast ausnahmslos mit nachfolgenden Konter- und Angriffstechniken kombiniert. Nicht jede(r) Karate-Sportler (in) will nur möglichst schnell den nächst höheren Gürtel umbinden können. Die Gürtelprüfung soll ein schöner Nebeneffekt sein und selbstverständlich auch motivieren, aber vorrangiges Ziel ist doch das Erlernen von Wettkampf- und SV-Kombinationen, wobei im KOSHINKAN die Betonung ausdrücklich auf dem Wort Kombinationen liegt. KOSHINKAN ist Wettkampf-, Selbstverteidigungs- und Breitensporttraining! Und dieser Verpflichtung werden wir auch mit dem Prüfungsprogramm gerecht.

Das Prüfungsprogramm besteht aus einem Basis- und einem vereinsinternen Programm. Das letztere bezieht sich zu einem großen Teil auf Selbstverteidigung und anwendbare Angriffs- und Abwehrkombinationen. Das Basisprogramm geht hauptsächlich von der zur Prüfung geforderten KATA aus. Techniken aus der KATA werden also sowohl im Kihon (Grundschule) wie auch in der Kumite (Partnerkampf) gezeigt. Dieses gesamte Prüfungsprogramm erfordert kaum eine spezielle Prüfungsvorbereitung, denn es geht einher mit dem üblichen Karatetraining.

KOSHINKAN KARATE DO wurde 1999 durch Hans Wecks (Oberhausen), Rudolf Witte (Essen), Jörg Kerschek (Marl), Ralf Benken (Rheydt) sowie Bernd Kuhlmann (BI-Sennestadt) gegründet und als Stilrichtung im DKV etabliert.